Kindliche Ängste: Ursachen, Symptome und Lösungen! – Teil 4: Was kann ich tun wenn mein Kind Angst hat?

Wie wir bereits in den vorangegangenen Teilen gehört haben, gibt es verschiedenen Ängste die verschiedenen Ursachen haben. Somit gibt es je nach Situation verschiedenen Möglichkeiten das Kind in seiner Angst zu unterstützen und zu begleiten.

Immer wichtig ist allerding

  • für das Kind da sein,
  • das Kind in seiner Angst nicht alleine lassen,
  • die kindliche Angst ernst nehmen.

 

 

Was tun bei „Realängsten“?

  • In gewissen Situationen schützen Ängste das Kind – die Angst oder in diesem Fall der Respekt vor dem offenen Feuer, vor der Straße, … ist wichtig. Kinder sollen diese Situationen vermeiden, weil sie gefährlich sind, beziehungsweise sollen sie sich nur mit Eltern gemeinsam in diese Situationen begeben (Straße überqueren). Ich spreche jetzt von Kindern im Vorschulalter. Natürlich müssen sie im Laufe der Zeit den respektvollen und vorsichtigen Umgang mit diesen Dingen (Feuer, Straße, Herd, …) lernen.
  • Kinder unterstützen, aber ihnen auch etwas zutrauen, z.B. bei Angst am Klettergerüst – sagen „Ich bin da. Ich helfe dir. Möchtest du es alleine versuchen?“  Ist die Angst aber zu groß, dann muss ich meinem Kind helfen und darf es nicht dazu zwingen da jetzt alleine herunter zu kommen.
  • Körperliche Strafen und Liebesentzug, die zu Strafangst führen, belasten Kinder sehr und haben in der heutigen Erziehung keinen Platz mehr!
  • Auch das Androhen von „Ich schicke dich ins Heim!“ oder „Ich lasse dich allein.“ sind psychische Strafen die zu großen Ängsten führen können!
  • Bei Trennungsangst (Krippe/Kindergarten) die  „Trennungszeiten“ langsam ausdehnen. Das Kind muss langsam lernen, dass es auch ohne Mama/Papa zurecht kommt und dass es in der Einrichtung neue Bezugspersonen findet die sich kümmern. Und es muss erkennen, dass Mama/Papa es immer wieder abholen!

 

 

So unterstütze ich mein Kind bei magischen Ängsten:

  • Wenn Kinder keine Märchen oder fantastischen Geschichten mögen, dann sollte man das akzeptieren und andere Geschichten wählen.
  • Je nachdem wie Kinder Märchen aufnehmen, sollte man das ein oder andere vielleicht verändern oder weglassen (wie z.B. dass die Eltern Hänsel und Gretel im Wald aussetzen).
  • Kinder beim Nachspielen der Geschichten unterstützen (wenn sie das möchten – das Wurzelinchen möchte es oft auch einfach alleine nachspielen, aber manchmal braucht sie mich dazu).
  • Mit Märchen nicht zu früh beginnen – Kinder sollten bereits in der Lage sein nachzufragen und darüber zu sprechen.
  • Märchenfiguren/fantastische Figuren nicht als Erziehungshelfer missbrauchen!
  • Bei Angst in der Nacht (vor Monstern, Dunkelheit, …) hilft Nähe! Das Wurzelinchen krabbelt dann oft in mein Bett herüber oder möchte, dass ich ihre Hand halte. Das hilft sofort!

 

Flora Papanthimou gibt in ihren Artikel nette Ideen zur Monsterjagd – wenn Nachts also Monster oder Gespenster unter dem Bett sitzen:

Monsterjagd

  • Sehen Sie gemeinsam mit einer Taschenlampe im Dunklen unter dem Bett nach.
  • Geben Sie ihrem Kind ein Licht, damit es nachts, wenn es Gespenster sieht, diese anleuchten und fragen kann, was sie wollen.
  • Man kann dem Kind auch erzählen, dass sich Monster und Gespenster vor Lavendel- oder Melissenduft fürchten. Dann geben Sie in eine mit Wasser gefüllte Blumenspritze wenige Tropfen des ätherischen Öls und sprühen das ganze Zimmer damit aus.
  • Manchmal hilft schon ein lautes „Buhuuu“ oder Ähnliches, um die Gruselwesen zu vertreiben.

(Quelle: http://www.ekiz-ibk.at/kindliche-angste-und-wie-wir-ihnen-begegnen-konnen/  16.02.2018)

 

Was tun bei „Konditionierten Ängsten“?

  • Das Kind unterstützen und versuchen positive Erfahrungen mit der angstauslösenden Situation oder dem angstauslösendem Ding zu machen. Zum Beispiel bei Angst vor dem Zahnarzt – durch ein negatives Erlebnis – einfach so zum Zahnarzt gehen und dort einem Stofftier die Zähne putzen und dem Stofftier selbst mit dem Spiegel in den Mund schauen.
  • Es benötigt viele positive Erfahrungen um eine negative Erfahrung zu löschen!

 

Hilfe bei „Frei flottierenden Ängsten“:

  • Das angstauslösende Ding wegräumen.
  • Das Kind nicht in die angstauslösende Situation zwingen. Zum Beispiel mit der Klospülung warten bis das Kind in einem anderen Raum ist (bei Angst vor der Klospülung)
  • Diese Phasen vergehen meist von selbst.

 

Abschließend möchte ich nochmal Flora Papanthimou zitieren, die Hilfe bei Ängsten in ihrem Artikel gut zusammenfasst.

Vier hilfreiche Schritte zur Unterstützung des Kindes bei Ängsten

  • Schritt 1: Annahme und Benennung des Gefühls (z.B. Ich sehe, dass du Angst hast.)
  • Schritt 2: Distanz zur Angst machenden Situation schaffen (z.B. Licht machen.)
  • Schritt 3: Handlungsmöglichkeiten eröffnen. Das reduziert das Gefühl der Hilflosigkeit, das bei Ängsten stark ausgeprägt ist (z.B. dem hungrigen Monster einen Keks unters Bett legen).
  • Schritt 4: Selbstvertrauen des Kindes stärken (z.B. Nähe geben und ihm signalisieren, dass es auf sich und die elterliche Unterstützung vertrauen kann.

(Quelle: http://www.ekiz-ibk.at/kindliche-angste-und-wie-wir-ihnen-begegnen-konnen/  16.02.2018)

 

Hier findest du die vorangegangen Teile der Serie:

Kindliche Ängste: Ursachen, Symptome und Lösungen! – Teil 1: Was sind Realängste?

Kindliche Ängste: Ursachen, Symptome und Lösungen! – Teil 2: Was sind „Magische Ängste“?

Kindliche Ängste: Ursachen, Symptome und Lösungen!- Teil 3: Was sind „Konditionierte Ängste“?

 

 

 

 

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