Kindliche Ängste: Ursachen, Symptome und Lösungen! – Teil 2: Was sind „Magische Ängste“?

Im ersten Teil dieser Serie ging es um die Realängste von Kindern und heute wenden wir uns den magischen Ängsten zu.

Magische Ängste

Hierbei handelt es sich um Ängste vor magischen Kräften wie Hexen, Geistern, Feen, Monstern. Besonders stark sind diese Ängste oft in der Dunkelheit und oftmals kommt auch die Angst vor der Dunkelheit an sich dazu.

Diese magischen Figuren sind oft Thema unter den Kindern im Kindergarten und in der kindlichen Fantasie werden diese Figuren lebendig und können alle erdenklichen Dinge tun. Natürlich kommen diese Wesen auch in vielen Geschichten und Märchen vor. Manche Kinder lehnen diese Geschichten ab und haben große Angst vor den Figuren der Märchen. Sie beziehen das Märchengeschehen oft auf sich selbst und fürchten sich, dass sie zum Beispiel selbst in den Ofen geworfen werden könnten.

Die meisten Kinder allerdings lieben Märchen und Geschichten mit magischen Gestalten und spielen auch selbst gerne, dass sie Zauberkräfte haben.

Was kann man tun um diese magischen Ängste nicht zu verstärken

Gerade bei Märchen sollte man darauf achten wie das eigenen Kind damit umgeht und oftmals ist es gut Kleinigkeiten abzuändern. Ich habe zum Beispiel am Anfang bei Hänsel und Gretel nie erzählt, dass sie von den Eltern ausgesetzt wurden – das finde ich für ein kleines Kind schon sehr hart und beängstigend. Außerdem soll man es unterstützen, wenn Kinder das Gehörte nachspielen und es so verarbeiten. Ich muss im Moment laufend verschiedenen Märchenfiguren darstellen – mal bin ich Anna aus „Die Eiskönigin“, mal eine Fee aus „Dornröschen“ oder der Prinz aus „Rapunzel“. Zum Glück muss ich eher selten die bösen Rollen nachspielen- „Malefitz“ oder die böse Hexe aus „Rapunzel“ sind eigentlich immer imaginäre Gestalten.

Außerdem weise ich das Wurzelinchen auch immer wieder darauf hingewiesen, dass es Geschichten sind und dass es in Wirklichkeit beispielsweise keine Drachen oder böse Feen gibt.

Auch finde ich es wichtig, dass man mit Märchen nicht zu früh beginnt. Wir haben ca. mit 3,5 Jahren die ersten Märchen gelesen, denn da konnte das Wurzelinchen schon nachfragen und ihre eigenen Gedanken dazu äußern, das finde ich sehr wichtig.

Krampus, Hex & Co sind keine Erziehungshelfer

Um magische Ängste nicht zu verstärken, sollten Eltern auch davon absehen Wesen wie den Krampus oder die böse Hexe als Erziehungshelfer zu verwenden. Ja, auch wenn es verlockend ist – ich muss zugeben mir ist es in der Adventszeit auch herausgerutscht, dass zu den schlimmen Kindern der Krampus kommt und nicht der Nikolaus. In manch nervenaufreibenden Situationen kann das schon passieren – aber es ist nicht gut und man sollte diese Figuren nicht für Erziehungszwecke missbrauchen.

Im nächsten Teil lest ihr mehr über die „Konditionierten Ängste“ und die „Frei flottierenden Ängste“ (Ängste ohne ersichtlichen Grund).

Quellen:

Schenk-Danzinger, Lotte. 1999. Entwicklung, Sozialisation, Erziehung. Von der Geburt bis zur Schulfähigkeit. Wien: öbv.

http://www.ekiz-ibk.at/kindliche-angste-und-wie-wir-ihnen-begegnen-konnen/

 

2 Kommentare

  1. Sehr guter und hilfreicher Artikel über eine besondere Form der Ängste unserer kleinen Lieben!

    1. Danke Detlef, es freut mich, dass dir der Artikel weiterhilft.
      Liebe Grüße, Kornelia

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