Kindliche Ängste: Ursachen, Symptome und Lösungen! – Teil 1: Was sind Realängste?

Welche Arten von Angst gibt es?

Wie äußern sie sich?

Und wie kann ich mein Kind bei der Bewältigung der Angst unterstützen?

Diese Fragen möchte ich in den nächsten 4 Teilen dieser Serie klären!

Welche Arten von Angst gibt es? Wie äußern sie sich? Und wie kann ich mein Kind bei der Bewältigung unterstützen?

Ängste im Kleinkindalter sind völlig normal. Sie können stärker oder weniger stark, über längere oder über kürzere Phasen auftreten.

Es gibt verschiedenen Formen von Angst und sie kann auch verschiedene Ursachen haben. Wichtig ist auch zu bedenken, dass Kinder zwischen 0 und 6 Jahren keine Ängste vortäuschen, sondern wirklich Angst haben. Man muss die Ängste der Kinder ernst nehmen.

Verschiedene Formen von Ängsten

Realangst

Diese Angst ist die Angst vor realen Gefahren. Diese Angst ist wichtig, denn sie schützt Kinder. Kinder haben zum Beispiel Angst vor der heißen Herdplatte oder vor dem Straßenverkehr, denn ihre Eltern warnen sie davor. Diese Warnungen sind wichtig und vor solchen realen Gefahren müssen Kinder geschützt werden.

Kindern muss aber auch etwas zugetraut werden. Hier ist es wichtig, dass Eltern ihre Kinder nicht durch „Überängstlichkeit“ in ihrer Entwicklung einschränken. Ein Kind das am Spielplatz ständig hört: „Pass auf.“ „Fall nicht runter.“ „Sei vorsichtig.“ wird verunsichert.

Andererseits sollten Eltern es auch vermeiden Kinder zu früh dazu zu zwingen Ängste zu überwinden, beispielsweise beim Klettern auf einem Klettergerüst. Das Kind soll soweit klettern wie es sich traut und Aufforderungen wie: „Na komm schon!“ „Stell dich nicht so an!“ sind völlig fehl am Platz und überfordern das Kind.

Bei Realängsten gilt: einige Ängste, wie die Angst vor dem Verkehr, dem offenen Fenster und der heißen Herdplatte sind lebenswichtig. Hier finde ich es wichtig, dass Eltern mit ihren Kindern sprechen und diese Gefahren auch, dem Alter entsprechend, erklären. Ich habe dem Wurzelinchen auch erklärt, dass sie tot sein kann wenn sie auf die Straße läuft und dass das bedeutet, dass sie dann nicht mehr bei Mama und Papa ist. Ich finde diese Information ist wichtig für Kinder, denn sie können die Situation noch nicht einschätzen.  Im Ernstfall gilt ein klares „Nein, das ist gefährlich!“ und da ist es auch in Ordnung wenn das Kind eine gewisse Angst, oder sagen wir besser einen „gesunden Respekt“ vor einer Situation hat.

Bei Ängsten vor beispielsweise dem Klettergerüst ist es wichtig das Kind zu unterstützen und zu ermutigen, aber es nicht zu überfordern oder es durch zu viel Vorsicht zu bremsen. Dem Kind signalisieren „Ich bin da wenn du mich brauchst.“

Strafangst und Trennungsangst

Eine Realangst die ich auch noch erwähnen möchte ist die Strafangst, wenn sie sich auf erlebte Strafen bezieht. Kinder fürchten sich vor Liebesentzug oder körperlichen Strafen, wenn sie das öfters erleben müssen. Diese Strafangst kann in weiterer Folge zu Unruhe, Aggressivität, gestörtem Schlaf, aber auch Einnässen und weiteren Symptomen führen.

Auch die Trennungsangst ist eine Realangst für Kinder, zum Beispiel, wenn ihnen als Strafe angedroht wird, dass sie ins Heim geschickt oder weggegeben werden. Solche Drohungen sind furchtbar für Kinder und produzieren große Ängste.

Die Strafangst und die Trennungsangst durch die Androhung von „Fortschicken“ ist eine große psychische Belastung für Kinder!

Natürlich kann ein Kind auch Trennungsangst erleben, wenn es zum ersten Mal in „Fremdbetreuung“ kommt.

Was kann man bei dieser Art von Trennungsangst tun:

Hier finde ich es wichtig die Phasen der Trennung am Anfang kürzer zu halten und dann langsam zu steigern. Das Kind braucht Zeit um zu erkennen, dass es nette Betreuungspersonen um sich hat und, dass es immer wieder abgeholt wird. Dann verliert das Kind in den meisten Fällen auch die Angst, dass es „dort gelassen“ wird oder dass „Mama nicht mehr kommt.“

Nächste Woche lest ihr mehr über die „Magischen Ängste“ im Kindesalter!

Quellen:

Schenk-Danzinger, Lotte. 1999. Entwicklung, Sozialisation, Erziehung. Von der Geburt bis zur Schulfähigkeit. Wien: öbv.

http://www.ekiz-ibk.at/kindliche-angste-und-wie-wir-ihnen-begegnen-konnen/

 

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